Chronik des Lindrainweges 30-1

Geschrieben von André

Unser Ferienhaus
Das große Haus am Lindrainweg 30 in Hopfgarten wurde 1975 vom damaligen Inhaber der örtlichen Installationsfirma, Herrn Josef (Pepi) Weißkopf, gebaut. Damals war es eines der größten – und geräumigsten – Häuser in Hopfgarten. Das Grundstück wurde früher landwirtschaftlich genutzt und liegt wunderschön, außerhalb und oberhalb des Dorfes, auf der Sonnenseite des Hausberges der Hohen Salve. Es liegt auf einem flachen und sonnigen Hochplateau in 717 m Höhe, mit einem atemberaubenden Blick über das Kelchsau-Tal mit Blick in die Ferne auf:

Links der Glantersberg, rechts das Markbachjoch hinter dem Baum und in der Ferne das Feldalphorn und das Schwaigberghorn.

Vom Bau an war das gesamte Erdgeschoss Sport, Sauna und Fitnessraum. Doch dieses Haus erwies sich als viel zu groß für den normalen Familiengebrauch, und irgendwann vermietete Pepi einen Teil davon an sehr reiche Ölscheichs aus Saudi-Arabien. Damals habe ich mit eigenen Augen gesehen, welche Aufregung durch das Dorf ging, als diese Herren in weißen Gewändern und arabischen Kopftüchern in ihren weißen Rolls-Royce-Cabrios durch das Dorf fuhren. 1979 beschloss Herr Weißkopf, das gesamte Erdgeschoss in zwei große Wohnungen umzubauen und diese zu vermieten.

Marianna
Marianna ist in dem schönen Dorf Hopfgarten, das zwischen Kufstein und Kitzbühel liegt, geboren und aufgewachsen.
Ihre Eltern betrieben seit jeher einen echten Bergbauernhof am Gruberberg. Sie können ihn sehen, wenn Sie von unserer Terrasse aus nach links gegen den Berg auf der anderen Seite des Tals blicken. Es ist fünf Kilometer (zu Fuß) vom Dorfzentrum entfernt. Kühe, Kälber, Hühner, Schweine, Katzen und ein Pferd waren ihre wenigen Spielkameraden. Besonders glücklich war sie jedoch über die oft anwesenden Feriengäste, die ihren Urlaub auf dem Hof verbrachten. Sie brachten Abwechslung. Gleich nach der Volksschule besuchte Marianna das Internat der Weitauer Landwirtschaftsschule in St. Johann, wo sie als Bäuerin für die Führung eines Bauernhofs ausgebildet wurde. Nach der Landwirtschaftsschule sammelte sie zunächst viel Erfahrung in der Gastronomie in verschiedenen Gasthäusern und Skihütten, bevor sie schließlich Haushälterin/Gouvernante in einer wohlhabenden Unternehmerfamilie wurde. Hier war sie voll und ganz Teil der Familie und hatte in der Villa auch eine eigene Wohnung.

Marianna war immer sehr stark in das gesellschaftliche Leben von Hopfgarten eingebunden. Ihre Leidenschaft war das Tanzen. Sie war Mitglied der Schuhplattler-Tanzgruppe Hopfgarten und trat in dieser Eigenschaft in mehreren Ländern Europas und häufig auch in den Niederlanden auf (Arnhem Gelredome, Eindhoven Philipshal, Veldhoven, sowie bei verschiedenen Dorffesten und Karnevalswochenenden in Brabant). Sie war Tanzlehrerin der Kindertanzgruppe Hopfgarten und hatte mehrere Vorstandsämter inne. Sie war auch Mitglied des Trachtenvereins Hopfgarten. Kurzum: Marianna war und ist immer noch stark mit ihrer Heimat Hopfgarten verbunden und jeder echte Hopfgartner kennt sie.

André
André ist in Ede auf der Veluwe geboren und aufgewachsen. Seine Kindheit verbrachte er hauptsächlich in den Außenbezirken von Gelderse Vallei und am Rande der Südwest-Veluwe. Nach seiner Ausbildung vom Instrumentenbauer über den Maschinenbauingenieur und den Schiffsingenieur spezialisierte er sich auf Umweltfragen und arbeitete dann seine gesamte berufliche Laufbahn lang für die Provinz Zuid-Holland als Projektleiter für Bodensanierung. Zu seinen Freizeitaktivitäten gehörten technische Hobbys, Windsurfen, Skifahren und Urlaube in schönen Naturgebieten. Er verband dies oft mit Ski- und Wanderurlauben in Österreich und Surfurlauben an den Küsten Kroatiens.

Gemeinsam

Ich lernte Marianna 1987 kennen, als ich auf der Durchreise nach Österreich einen Surfurlaub in Kroatien machte.
Als unser Sohn Christian sich 1990 ankündigte, kam Marianna zu mir in die Niederlande. 1997 meldete sich unsere Tochter Dorien an.
Im selben Jahr stand eine der beiden Wohnungen am Lindrainweg 30 zum Verkauf. Da Marianna der Meinung war, dass es an der Zeit war, sich in Hopfgarten eine eigene Wohnung zuzulegen, kaufte sie diese Wohnung.
Die Wohnung war zu der Zeit ziemlich heruntergekommen. Wir haben uns entschlossen, es in Eigenregie komplett zu renovieren. Es war eine intensive und arbeitsreiche Zeit, in der wir die Wohnung bis auf ein nacktes Betonskelett abbauten und dann komplett neu aufbauten und eingerichtet haben, so wie sie heute ist.

Die Wohnung war lange Zeit eine einzige große Baustelle. Familie, Freunde und Bekannte kamen regelmäßig zu uns in den „Urlaub“, natürlich um uns zu helfen. Unsere Familie schlief in dieser Zeit bei Oma und Opa auf dem Bauernhof. Um das Ganze logistisch einigermaßen einfach zu halten, schliefen die „Arbeiter“ meist in Gartenstühlen, Behelfsbetten oder sogar in der Badewanne. Eine Woche lang hatten wir weder Fenster noch Türen. Zur Überwachung schliefen wir einfach mit unseren Mänteln vor den weggerissenen Fenstern. Es war eine angenehme Zeit, in der viele Menschen sehr viel Arbeit geleistet haben.

Unser Dank gilt daher meinem Bruder Ben, der in Absprache mit dem örtlichen Energieversorgungsunternehmen alles, was mit Elektrizität zu tun hatte, entfernte und komplett neu installierte, einschließlich der Hauptschaltkästen und der für die damalige Zeit innovativen selbstgebauten elektronischen Fernsteuerung der Heizung, des Heizkessels und einiger anderer Funktionen. Dank auch an seinen Sohn (und meinen Neffen) Marcel, der in jenen kargen Anfangstagen als Pionier und Tausendsassa arbeitete und zwischen Stapeln von neuen Fensterrahmen, Paletten mit Ziegelsteinen, Säcken mit Zement, jeder Menge Bau- und Abbruchschutt und manchmal sogar ohne Fenster und Türen schlief. Aber auch andere Freunde und Bekannte haben beim Wiederaufbau viel geleistet. Onkel Hans, der tagelang Schutt in die Schächte schaufelte, die zu den Schuttcontainern am Fuße des Berges führten, Coussin Matthias, der alle Verputzarbeiten erledigte. Es war eine großartige Zeit des Zusammenhelfens. Wir haben alle viele Ferientage gebraucht, aber es hat großen Spaß gemacht, das gemeinsam zu machen.

In den folgenden Jahren haben wir den Garten am Hang renoviert und ein Gartenhäuschen gebaut. Das Grundstück war eine einzige große Einöde aus wilden Haselsträuchern und Felsbrocken. Es war seit Jahren nicht mehr gewartet worden. Die Umgestaltung des Gartens bestand also hauptsächlich darin, alle alten Sträucher zu entfernen und Betonplattformen, Terrassen und Treppen anzulegen.

Wieder einige Zeit später bauten wir einen Carport auf dem Parkplatz am Lindrainweg. Hier habe ich besondere Erinnerungen an meinen Freund Ed, der mir anbot, mit seinem Lastwagen mit Kran hin und her zu fahren, um den neuen Carport, den ich in den Niederlanden gebaut hatte, an Ort und Stelle zu bringen, ihn dort gemeinsam aufzubauen und zu heben; wirklich großartig!

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben wir diesen Ort lieben und schätzen gelernt. Für uns war es der ideale Ruhepunkt in einem hektischen Leben. Nicht ohne Grund wurde dem Fotoalbum eine eigene Kategorie „Pause“ hinzugefügt. Fast alle unsere Freunde und Bekannten haben davon Gebrauch gemacht. So mancher Freund hat hier seinen Akku wieder aufladen können. Ob Sommer oder Winter: Wenn die Sonne scheint, können Sie immer draußen auf unserer überdachten Terrasse liegen. Abgesehen vom gelegentlichen leisen Rauschen des Zuges, der durch das Tal fährt, und dem Gesang der Grillen ist es hier meist ohrenbetäubend still. Wenn Sie Glück haben, können Sie in der Abenddämmerung Rehe auf der angrenzenden Wiese von Nachbarbauer Peter grasen sehen. Eichhörnchen hüpfen durch die Bäume und man hört das Hacken der Spechte, die damit Insekten ausklopfen.
Und abgesehen von der ruhigen Lage mit atemberaubender Aussicht ist es auch ein perfekter Ort, um von hier aus schöne Spaziergänge oder Fahrradtouren zu unternehmen. Die Skipiste befindet sich auf geringem Abstand am Lindrainweg. Aber es gibt auch viele tolle Ausflugsziele und Tagesausflüge in der Region.

Seitdem bin ich mehr als 300 Mal von den Niederlanden nach Hopfgarten gefahren, und um ehrlich zu sein, langweilig ist es mir nicht. Schade nur, dass es 950 Kilometer von unserem Zuhause in den Niederlanden entfernt ist. Einen Hoffnungsschimmer für die Zukunft schöpfe ich aber aus der geologischen Tatsache, dass durch die Kontinentalverschiebung, die auch bedeutet, dass die Alpen noch höher werden, Hopfgarten näher rückt.
Marianna und André möchten diesen einmaligen Platz mit Ihnen und anderen teilen. Deshalb haben wir beschlossen, unsere Ferienwohnung im Jahr 2020 auch für Andere Erholungssuchende zu öffnen. Sie sind herzlich willkommen in Mariandls Wohnung, genießen Sie Ihren Aufenthalt.

Marianna und André wünschen Ihnen einen schönen und erholsamen Urlaub.

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